© Pont-écluse - Thionville | STEPHANE THEVENIN
Die Schleusenbrücken Riesen aus Stein

Die Schleusenbrücken

Sie rahmen majestätisch die Robert-Schuman-Brücke ein und bleiben oft unbemerkt. Die Verkehrsteilnehmer, die es nach einem anstrengenden Tag zu eilig haben, nach Hause zu kommen, bemerken diese riesigen Steine, die mitten in der Vegetation stehen, nicht. In ihnen wurden Getreide, Stroh oder auch Munition aufbewahrt. Die Schleusenbrücken von Thionville haben der Zeit und dem Wasser seit Jahrhunderten widerstanden. Seit dem 21. Dezember 1984 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz.

EIN KULTURERBE EIN ANGEBOT

FÜR DIE NEUGIERIGSTEN MENSCHEN

Im Norden ist ein fast verfallenes Gebäude zu erkennen. Die Natur erobert sich langsam ihr Recht auf dieses teilweise zerstörte Steingebäude zurück. Im Herzen des Schlachtfeldes, auf dem sich Amerikaner und Deutsche gegenüberstanden, wurde es von den Wirren des Zweiten Weltkriegs nicht verschont. Im Süden hingegen wurde das Werk nach einer kontrollierten Restaurierung in den 1990er Jahren wiederbelebt. Wozu dienten die beiden steinernen Zwillinge?

VON VAUBAN

AN LUDWIG DE CORMONTAIGNE

Bei seinem Besuch in Thionville bemerkt Vauban, dass die Stadt viel zu oft von Überschwemmungen heimgesucht wird. Er nimmt in sein städtebauliches und militärisches Projekt zwei Schleusenbrücken auf. Diese beiden Brücken wurden von Louis de Cormontaigne über einen Umleitungskanal der Mosel gebaut und 1746 auf einer Fläche von etwa 2000 m² errichtet. Ihre erste Aufgabe war es, die Überschwemmungen der Mosel zu begrenzen und den Flussverkehr zu kontrollieren. Die zweite Aufgabe bestand darin, die Überquerung dieses neuen kleinen Flusses zu ermöglichen. Die letzte und wichtigste Aufgabe bestand darin, zusätzlichen Raum für die Lagerung von Militärmaterial und Lebensmitteln zu schaffen.

MEISTERWERKE

DES FRANZÖSISCHEN INGENIEURWESENS

Abgesehen von ihrem absolut friedlichen Aussehen konnten die beiden Schleusenbrücken im Falle eines Angriffs die Elemente entfesseln und zu einem echten Verteidigungsvorteil für Thionville werden. Durch die Bedienung des ausgeklügelten Systems der Schleusentore konnte man nämlich oberhalb der Südbrücke Überschwemmungen auslösen und eine Wasserreserve anlegen, die unterhalb der Nordbrücke freigesetzt werden konnte. Die Schleusenbrücken von Thionville gingen siegreich aus den drei Belagerungen von 1702, 1814 und 1815 hervor. Auch während der Annexion blieben sie dank der militärischen Präsenz und der Instandhaltung des Geländes intakt. Den Bomben von 1944 halten sie nicht stand. Heute sind sie eines der französischen Zeugnisse, dieser genialen und innovativen Konstruktionen von dem 18. Jahrhudert.